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... neuere Stories
17
Mai
Wat nu, INSM?
Das Kassandrageschrei und Weltuntergangsgeblöke aus euren Reihen wirkt da doch etwas deplaciert. Habt ihr denn schon einen Plan B in der Schublade? Etwa wieder mit euren CEOs Jörges, Aust und Steingart?
'Nach Angaben von Poß erwarten die Sozialkassen Milliardenüberschüsse. "Bis zum Jahr 2011 rechnet die Bundesagentur für Arbeit mit einem Überschuss von bis zu 40 Milliarden Euro", sagte Poß. Deutlich positiver als erwartet verlaufe auch die Entwicklung bei der Rentenversicherung. Poß: "Voraussichtlich können wir sogar bereits 2009 den Rentenbeitrag senken."
Der Qualitätsjournalismus marschiert Folge 1.345
Bahnen wir also fernab von allem Verlegergetröte der Wahrheit unverdrossen eine Gasse. Heute aus den Tiefen der WAZ:
'Als Mitglied einer Print-Lokalredaktion könnte ich über den Gütestempel nur lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Ein wesentlicher Anteil der Essener Onruhr-Lokalnachrichten besteht aus Pressemitteilungen, die sehr häufig unredigiert übernommen werden. Auch die Themenauswahl der "eigenen" Geschichten geht häufig an dem vorbei, was ich in langen Berufsjahren als Leserinteressen wahrgenommen habe.' Genau so liest sich das übrigens auch - wenn ich als armes Leserschwein das hier mal anmerken darf ...
Das tut mir aber leid!
'Fünf festgenommene Hamas-Anhänger kamen in Gaza in einem Polizeiauto ums Leben, als dieses von ihren eigenen Leuten überfallen wurde.'
Nee - ich kann gar nicht sagen, WIE leid mir das tut! ![]() Home of the Warlords. stock.xchng 832510
Nur der Name 'Reform' ist geblieben.
Ansonsten werden ganz stiekum alle Scherben der Rechtschreibreform wieder aufgefegt:
'Neu empfiehlt die SOK [= Schweizer Orthographische Konferenz], auch in vorerst vier Teilbereichen der neuen Gross- und Kleinschreibung nicht zu folgen. Sie geht dabei vom Grundsatz aus, dass Gleiches möglichst gleich behandelt werden soll, und folgt der modernen Rechtschreibung, die im Unterschied zum 19. Jahrhundert den kleinen Buchstaben vorzieht. Die SOK empfiehlt daher ohne weiteres, des weiteren (nicht: ohne Weiteres, des Weiteren) und der eine, der erstere (nicht: der Eine, der Erstere). Sie empfiehlt, das längst übliche Wort jedesmal (nicht: jedes Mal) zu verwenden und auch in Fügungen wie Modus vivendi den grossen Buchstaben sparsam zu setzen (nicht: Modus Vivendi).' Yo - dann fange ich als echter Aktualitätsjunkie ohne weiteres jedesmal gleich damit an, sonst ist mein Modus vivendi mit dieser chimärischsten Reform aller Zeiten ja nicht mehr ersterem entsprechend - meiner obigen Selbstbeschreibung nämlich ...
16
Mai
Jung PR'ler ...
... und weshalb sie oft solch einen roten Mors haben:
'"Hallo Thomas, ich freue mich dich zur Teilnahme an unserer neuesten Kampagne einladen zu dürfen. ...
Die Einigkeit der Palästinenser ...
... ist zur Zeit heiß umkämpft.
Hartmut Hammel hat schuld.
Die Rechten in Bremen lecken sich nach der Wahl kameradschaftlich die blutigen Nasen. Wer schuld hat an dem Debakel, ist klar: Es war 'Hartmut Hammel', der dämliche Wähler, der einfach nicht kapiert hat, was für ein durchdachtes politisches Konzept dort wie alter Käse plakativ in der rechten Mausefalle lag. Denn im Falle eines Wahlsiegs wäre es nach dieser Logik ja wohl Hartmut Hammels letzte Wahl gewesen. Allein schon, damit so was nicht wieder vorkommt. Ach ja, ein wenig haben dann natürlich auch die üblichen Verdächtigen schuld: die "Antifa-Banden" und "die Juden" ...
![]() Kamerad Kamel liest im Kaffeesatz. Bild: Stock.xchng 179420
Schäubles Logik:
Die Zahl der rechtsextremistischen Gewalttaten ist im letzten Jahr um fast zehn Prozent gestiegen. Deshalb ist der größte Feind der islamistische Terrorismus. Weshalb wiederum die G8-Gegner unbedingt im Schach gehalten werden müssen.
Aha!
15
Mai
Ausdrücke sind das!
'Management by Proverb' ...
... so soll jetzt die neue Führungsleitlinie bei Daimler lauten. Einige Kernsätze:
- Schuster bleib bei deinem Leisten. - Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. - East or west, home is best. - Fort mit Schaden! - Wer in die Welt hinauszieht, kehrt klüger zurück. Weitere Vorschläge erbeten. ![]() Hier schon mal die Titelseite ... Bild: Stock.xchng 138359
Als der Jürgen Schrempp ...
... 1994 Nachfolger Edzard Reuters beim Daimler wurde, schenkten ihm die Kollegen der DASA, wo er ausschied, ein dickes Buch mit eigenen Reden. Alles, was der Chef der Deutschen Aerospace im Laufe der Jahre über Geschäftsentwicklungen und das Roll-Out von Airbussen so gesagt hatte.
Ich durfte dies Buch damals redigieren, damit der Text einen halbwegs kongruenten und alphabetisierten Eindruck machte. Und ich wunderte mich schon, weshalb ein solcher Großmogul auf dem Papier nicht einen geraden Satz hinbekommt. Heute weiß ich's: Es waren einzig und allein der Stress und der Zeitdruck ...
Die Grünen: City-Partei
Die eigentlichen Sensationen der Bremen-Wahl liegen nicht in den Prozentzahlen, sondern in den Verschiebungen der Wählerstruktur.
Die Grünen sind jetzt in den City-Lagen Bremens (Innenstadt, Östl. Vorstadt, Vorderes Schwachhausen, Vordere Neustadt), im Reich der Business-Anzüge also, bei weitem die stärkste Kraft: mit 34 Prozent liegen sie hier vor der SPD (27 %) und vor allem auch vor der CDU (17 %). Auch die Linke ist in diesen Gegenden besonders stark vertreten (12,8 %). Hier haben zugleich die Volksparteien dramatisch verloren: In allen 'bürgerlichen Stadtteilen' gaben die beiden Volksparteien Stimmen ab, während nur in den Randlagen und Großwohnsiedlungen die Welt noch in Ordnung ist: Hier sind die Ergebnisse für SPD und CDU weitgehend konstant geblieben. Es sind also keineswegs die Abgehängten, die Arbeitslosen und das Prekariat, die den beiden großen Parteien diese Watschen verpassten, sondern das sog. 'bürgerliche Lager', das übrigens auch überproportional die Linke wählte. Der Liberallala-Faktor ist dagegen durch alle Bevölkerungsgruppen und alle Stadtteile hindurch gleich groß: Ob Prolet oder Pensionär - überall wählten ungefähr 5,2 % der Wähler in der Stadt die Westerwelles. ![]() Bremen-Wahl: Volksparteien im Mausoleum. Für die Union, die ihr Personal gerade auf 40-jährige Gesichter umgestellt hat, ist dieser Rausschmiss aus der bürgerlichen Gruppe der Entscheider eine politische Katastrophe: Die neoliberalen Jungschnösel kommen nicht an. Nur bei den Über-60jährigen hat die Union noch eine Mehrheit, bei den Altersgruppen unter 60 Jahren liegt sie quer durch die Bank erst an dritter Stelle in der Wählergunst, hinter SPD und Grünen. Von den jungen Frauen (18 - 25 J.) wählen sogar nur noch knapp 15 % schwarz. Bei den bissigen Liberalen, die nach solchen dem Weltgeist widersprechenden Ergebnissen immer besonders angefasst sind, wird jetzt natürlich ordentlich geschimpft, vor allem auf die doofen Journalisten: 'Weil 23.000 Bürgerinnen und Bürger die Kommunisten gewählt haben, wird jetzt landauf, landab von Zeitenwende gefaselt und dass die PDS im Westen angekommen sei usw.' Man täusche sich nicht - Bremen ist nicht ohne Grund ein Mikrokosmos der Republik: Fast jedes Produkt, dessen Marktgängigkeit getestet werden soll, kommt zuerst im 'Labor Bremen' auf den Markt. Ferner: Als die Grünen 1979 erstmals in ein bundesdeutsches Parlament einzogen, war auch das in Bremen. Deutschland ist seither ein Vier-Parteien-Staat. Mit dem Einzug der Linken könnte der Fünf-Parteien-Staat Faktum werden: Erstens schon mal deshalb, weil die Premiere hier in Bremen stattfindet. Zweitens deshalb, weil die von Gott und allen Parteien verlassene Gewerkschaftslinke sich politisch-funktional irgendwo abbilden muss. Die SPD kann ja nicht ewig mit diesem Janusgesicht durch die Gegend rennen. Und die Union wird, wenn sie so weiter macht, vollends zur Provinzpartei ... Bild: Stock.xchng 91477 Zahlen: taz Bremen
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