letzte Kommentare / Das mit der "Querfront"... kristof / Ich hatte nach dem... chat atkins / Huhu, Herr Chat.... kristof


08
August
Mission impossible
Wenn eine christliche Mission, die die «Abhängigkeit von Gott» und «Liebe für alle» als ihre Hauptziele beschreibt, wenn die sich im harten Wettbewerb um den richtigsten und dazu noch einzig wahrhaftigen Gott auf das Terrain konkurrierender Missionare begíbt, die den richtigsten und einzig wahrhaftigen Gott gleichfalls zu verehren wähnen, dann ist es doch klar, dass die alteingesessenere Mission sich ihren Markt nicht kampflos wegschnappen lässt. So was kommt dann von so was ...

 
 
Jaja, der Urlaub ...
... ist kein Ponyhof: "Weitere 80 Ausländer sind von anschwellenden Flüssen eingeschlossen - darunter auch Deutsche." TUI schickt jetzt zusätzliche Animateure ...

 
 
Auch ein Welt-Kolumnist ...
... sollte nicht ständig von sich auf andere schließen: "Durchschnittlich nur drei Stunden Arbeit pro Tag und Kopf reichen nicht aus."

 
 
Ja, wo laufen sie denn?
"Atomkraftwerke sollen 14 Jahre länger laufen." Meistens stehen sie bloß still ... vor allem in heißen Sommern. Also in Zukunft.

Die schwatzgelbe Regierung will jetzt ganz schmerzbefreit mit dem Kopf durch den Beton ... kann diesen Steinzeit-Techno-Deppen mal jemand sagen, dass dort noch ein Bundesrat zwischen Wunsch und Ziel steht. Der Röttgen sollte übrigens endlich die Partei wechseln - das ist ein guter, halbwegs satisfaktionsfähiger Mann am falschen Ort. Dass ich mir in gesetztem Alter noch mal die Demo-Latschen schnüren muss ...

 
 
Maximale Belästigung ...
... wäre dann erreicht, wenn Carlo von Tiedemann, Angela Merkel, Klaus Meine und Hans-Werner Sinn jemals zusammen auf einer Bühne stünden.

Guido Westerwelle und Günter Jauch habe ich aus Gründen der Textökonomie mal beiseite gelassen ...

 
 
07
August
Lange nicht vor einem Bahnhofskiosk gestanden?
Die 'Neue Frau', das 'Bunte Blatt', 'Gala', 'Wild & Hund', 'Feucht und haarig', 'Focus', 'Apotheken Rundschau'? Eine 'taz' macht doch noch keinen Sommer: "Eine tiefe Verunsicherung hat eine Branche ergriffen, die davon profitiert, mit klugen Analysen und Kommentaren, spannenden Reportagen und investigativen Nachrichtenstories die Bürger aufzuklären." Im TV gibt's so etwas übrigens erst im Nachtprogramm ...

Euer Selbstbild ist von gestern - mit dieser 'Selbstaufklärung' müsste jede Analyse beginnen.

 
 
Katholische Dialektik ...
... wie sie im Schweiße ihres Angesichts mit der Logik ringt und Sukkurs beim Aberglauben sucht:

"Das Mitleid mit den Opfern ist eine Sache, eine andere die Feststellung: „Love–Parade“ und Teilnahme an ihnen sind, abgesehen von ihrem abstoßenden Erscheinungsbild, objektiv eine Art Aufstand gegen die Schöpfung und gegen die Ordnung Gottes, sind Sünde und Einladung zur Sünde! Sie dürfen nicht schöngeredet werden als „harmloses Feiern“ netter junger Menschen! ... Was aber die Loveparade betrifft und den Gedanken, das Unglück mit „Strafe Gottes“ in Verbindung zu bringen, empfindet man als empörend, weil und wenn man denkt: „Sünde? Wer? Wir doch nicht, wir amüsieren uns, wie wir wollen! Gott soll sich unterstehen, einen solchen Gott gibt es nicht!“ Mit anderen Worten: Man weigert sich anzuerkennen, dass die Loveparade, abgesehen von ihrem krankhaften Erscheinungsbild, auch mit Sünde zu tun haben könnte und darum, folgerichtig, auch mit dem richtenden und strafenden Gott!

Tschaja, ihr ewiges Ja-Aber mitten im dicksten Rhabarber. Diese Ordnung Gottes gleicht auffallend der Prüderie der Kirche - naja, was auch sonst? Oder: Sag' mir, was du 'abstoßend' findest, und ich sag' dir, wen du abstößt. Man soll seine Schäfchen doch bitte nicht als Hammel betrachten. Dieses gedanklich-klerikale Herumfuchteln im verstaubten Denkstübchen nebst dem Hütchenspiel sexualbasierter Höllenstrafen hieß früher mal 'Jesuitismus' oder, im Falle kleiner Kinder, die Drohung mit dem Butzemann.

Nachtrag: Oha - das war der Herr Weihbischof Andreas Laun höchstselbst. Die alten Herren sollten endlich mal in Pension gehen ... und nicht das Web mit ihrem Müll verpesten. Über die Kleidungsordnung auf der Love-Parade herziehen - aber selbst die wildesten Fummel tragen ... tsss!

 
 
Ach Gott, ach Gott ...
... noch ein Klageweib auf dem Kassandra-Stühlchen. Vielleicht hat aber die Frau Meckel auch nur nicht mehr alle Schäfchen auf der Allmende: Die Datenmenge bedroht unsere Denkwelten. Wow - sie besitzt solche 'Denkwelten' offenbar im Plural. Da bleib ich doch bei meiner einer ...

 
 
Gossenjargon
Der seriöse Qualitätsjournalismus entdeckt die neue Offenheit, die auch jenseits des dpa-Stils in duftendere Verbalbaukästen greift. Zeit wurde es, beste SZ: "Weil Merkel, Westerwelle und Seehofer durchaus intelligent sind, können sie nicht glauben, was sie da sagen. ... Viele Bürger, auch wenn sie sich nicht für politische Details interessieren, wollen trotzdem nicht, man entschuldige den drastischen Ausdruck, verarscht werden." Die Entschuldigung hättet ihr euch aber sparen könnnen - immer diese Zeilenschinderei ...

 
 
Entdeckt endlich den Konsumismus ...
... ihr schwatzgelben Nagelköppe, sonst führt euch euer Weg nur noch tiefer in die Nacht des Vergessens. Konkret hieße das: hohe Löhne, gute Renten, befriedigende Sozialleistungen, bezahlbare Krankenversicherungen - im Prinzip alles ganz einfach. Ach - da macht also der Brüderle nicht mit? Er hätte sich die schwatzgelbe Kamikaze-Binde um die Stirn gebunden und sei 'Banzai!' brüllend im Himmelblau der neoklassischen Ökonomie entschwunden? Ja, denn ... denn mal 'Gute Nacht!'.

Früher waren die meisten Wähler überzeugt, dass sie von einer guten Wirtschaftslage auch persönlich profitieren. Weil dieser Glaube erschüttert ist, nutzt, so Schöppner zur taz, "der Wirtschaftsaufschwung der Union nichts".

 
 
Die launige Sommerloch-Bemerkung ...
... eines unbedachten Wirtschaftskellners muss man doch nicht gleich einen 'Plan' nennen: "Personalberater zerpflücken Brüderle-Plan".

 
 
Projekt 'Drei Prozent'
Der rückfällige Guido hascht wieder: "Noch in diesem Jahr wolle die Koalition vor allem die Mittelschicht steuerlich entlasten, so FDP-Chef Guido Westerwelle."

 
 
06
August
Die SZ empfiehlt:
Unsere Regierung möchte doch bitte nur solche Projekte umsetzen, für die sie "gesellschaftliche Mehrheiten" findet. Paradoxerweise darf sie dann aber nichts von dem umsetzen, was sie vorhat ... oder sehe ich da was falsch?

 
 
Prog-Rock (11)
Zu meinen musikalischen Kronjuwelen zähle ich die frühen Platten des Gitarristen Larry Coryell, auch wenn ich mit der oft allzu gniedeligen Vermischung von Jazz und Rock sonst nicht viel am Hut hatte. In seiner Frühzeit 'rockte' dieser Flinkfinger wie kaum ein anderer. Aber Vorsicht: Larry Coryell driftete kurz danach in den biederen Lounge-Jazz ab (Drogen alle?), wo er dann schwerst synkopierend für mösenbärtige Studienräte mit Pfeife und in Cordjackett gefällige Weisen intonierte. Wirklich progressiv und 'püschedelisch' sind also nur die frühen Sachen von diesem Wunderknaben. Unbedingt laut hören!


 
 
Wau!
Julia Seeliger nahm sich in der 'taz' die oberste Hüterin viktorianisch angehauchter Moralvorstellungen ganz schwesterlich zur Brust: "Es ist Zeit, dass Schwarzer als Feministin Nummer eins abtritt." Das brachte der dahindarbenden Intellektuellenfutterkrippe aus der Rudi-Dutschke-Straße schon 100 Flattr-Taler ein, vor allem aber eine rapide wachsende Zahl von Kommentaren - die zumeist ihrer Queen schweres Unrecht zugefügt wähnen: "Leider scheinen Sie mir eine verwöhnte Göre zu sein, die sich auf den Lorbeeren anderer kämpferischer und mutiger Frauen wie Alice Schwarzer auszuruhen (sic) ..." Victoria!

 
 
Nichts ist perverser ...
... als Menschen in religiösem Wahn: "Moskaus Patriarch bat den Herrn um Regen. Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche schraubte die Hoffnungen auf baldigen Vollzug jedoch gleich herunter. Zu lange hätte das Volk gesündigt, als dass der Herrgott stante pede ein Einsehen zeigen könnte." Tschaja, diese Schamanen und Regenmacher nun wieder: Wenn's regnet, war's ich, wenn nicht, zürnt der Herr über eine verlotterte Herde. Was muss erst die katholische Kirche jahrelang vor sich hin gesündigt haben, dass dieser Herr sie so durch den Boulevard schleifte ...

 
 
Dass die Regierung das Volk für blöd hält ...
... merken wir am ehesten an ihren durch nichts begründeten Hoffnungen: "Auffällig ist nämlich, dass die Koalitionsparteien von der besseren wirtschaftlichen Grundstimmung in keiner Weise profitieren können." Dass das Volk die Regierung für blöd hält, merken wir wiederum an den Umfragen.

 
 
Das schwatzgelbe Kaspertheater ...
... wurde jetzt in ein bayrisches Bierzelt verlegt. Um diesem Allotria einen würdigeren Rahmen zu geben ...

 
 
Im Klartext:
"[D]as Amt habe nicht "die erforderlichen Kapazitäten", teilt das Umweltministerium mit." Übersetzt heißt dies: "Unsere Leute haben von Tuten und Blasen keine Ahnung. Hauptsache, das Geld stimmt." Staatsphilosophisch ausgedrückt: "Wir werden von Null-Kapazitäten regiert, die sich aus undurchschaubaren Gründen aber trotzdem zur Expertokratie und Elite zu zählen geneigt sind." Folglich ruft man zum Kampf gegen die Räuber die Räuber. Denn die haben wenigstens Ahnung, vulgo 'Interessen' ...

 
 
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