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... neuere Stories
23
Juni
Habemus aliquid.
Zumindest ist dieser 'Kompromiss der lang ersehnte Durchbruch', der 'ein wichtiges Zeichen [ist] an die Bürger Europas', dass 'die Vereinbarungen unter portugiesischer Ratspräsidentschaft jetzt endgültig ausgehandelt' werden können und die 'Handlungsfähigkeit der EU gewährleistet bleibt'.
Direkte Verlinkungen ins allgemeine Gemöhre erspare ich mir ...
Global Players ...
Wenn man nach Kot riecht ...
... und die Fliegen, fasziniert vom braunen Duft, fliegen hinter einem her, ist das dann nur das Problem der Fliegen?
via: F!XMBR
Metaphern-Depp des Tages:
Früher wurde jemand ausgelacht, wenn er die Sprache mit einem Auto-Scooter auf dem Rummel verwechselte. Heute bauen Nichtdenker ihre politischen Karrieren darauf auf. Volker Kauder (CDU):
"Wer die Themen der Linken spielt, macht sie fett." ![]() Wie müssen wir uns diese Verfettung denken: So vielleicht? Oder noch mehr 'Anschlag'? Bild: Stock.xchng 786058
Heute Rechtsanwaltstermin ...
... daher Ruhe in der Blog-Hütte.
Was mir allerdings auffällt: Je fadenscheiniger die Argumente an einem Punkt werden, desto höher steigt das Aufkommen an Starkdeutsch, das ersatzweise den Text der Herren Advocatii begleitet: 'ohne jeden Zweifel', 'unbestreitbar', 'keiner Diskussion würdig', 'fraglos' ... - Blendwerker!
22
Juni
Huch!
Wie konnte das denn nur passieren? Wo die Sachsen doch solch ordentliche Leute sind. Und vor allem: Weshalb machen die das?
Sachsens Verfassungsschutz vernichtet haufenweise Material. Hinweis via: Martina
Schöne Headlines / Folge 2
Globales Personalmanagement vor interkultureller Herausforderung EUROFORUM-Konferenz "Internationales HR-Management" 10. und 11. Juli 2007 in Hamburg
Musikgeschmack vermutlich: 'Easy Livin' ' von Uriah Heep ...
Randale im Metadiskurs
Eingeschlagen hat's in diesen Blogberitt, nach dem Vorwurf des Plagiats durch einen taz'ler (die Sargnagelschmiede berichtete). Die Besucherzahlen stiegen dementsprechend heftig an. Natürlich saßen die Vorwürfe locker, die Argumentationsgürtel hingen tief - wie das so ist in Bloggville. Richtig dämlich fand ich eigentlich nur den folgenden Anwurf, weniger, weil der Mist in meine Richtung flog, sondern weil der Inhalt großer 'Bullshit' ist: 'Die Bloggerei ist ein wiederkäuendes Wesen mit mehreren Mägen. Chat Atkins' Home liegt im hinteren Bereich - hier wird ausschließlich Vorverdautes weiterverarbeitet. Nicht zur Futterbeschaffung geeignet'.
Die schiefe Bildlichkeit soll mal außen vor bleiben: Eine Kuh ist nun mal physiologisch nicht so aufgebaut wie die Auspufftöpfe an einem Rennauto, ihre Mägen liegen neben- und ineinander, aber nicht hintereinander. Aufstoßen muss das arme Tier auch noch. Das grundlegende Missverständnis besteht darin, zu glauben, ausgerechnet die Bloggerei entwickle den Ehrgeiz, einen bloßen 'Metadiskurs zu führen', also 'über das Reden anderer zu reden' und 'wiederzukäuen'. Während der tapfere Journalist wiederum sich mit dem Laptop-Gewehr durch den Dschungel der unbekannten Nachrichtenlage schleicht und unentwegt Unerhörtes nach Hause trägt. Das ist Wildwest-Romantik statt Faktizität ... ![]() Mythen der Neuzeit: Recherchierende Redakteure. Schlage ich meine Lokalzeitung auf, dann steht vor fast jedem Artikel 'dpa', wenn es hochkommt 'eb/dpa', wobei 'eb' für 'eigener Bericht' steht, da hat also dann die Redaktion kollektiv noch dran herumgefingert. Aber schon hier wurde nur 'über das Reden anderer geredet', bzw. alles schlicht nur der dpa 'nachgeplappert'. Presseerklärungen anderer Provenienz und schnittchenreiche Pressekonferenzen sind das Schwarzbrot des Redakteurs: und daraus folgt wiederum nur 'Reden über das Reden anderer'. Ebenso im 'embedded journalism' bei Auslandskriegseinsätzen: Die Journalisten werden durch genehme Gegenden gerollt und abends im Zelt werden ihnen die grandiosen Siege des 'Embedders' vorgespielt. Die Folge für den Zeitungsleser: 'Reden über das Reden anderer'. Kurzum: Die wichtigsten Werkzeuge des Journalisten sind der Laptop und das Telefonbuch mit möglichst vielen Bekannten, Experten und anderen Gesprächspartnern darin, deren Statements seinen Artikel etwas aufpeppen können. Geschieht das, spricht der Journalismus gern von 'Eigenrecherche' (manchmal kommt sogar ein Archivbesuch hinzu). Letztlich ist aber auch dies alles wiederum nur 'Reden über das Reden anderer'. Der 'gute Journalist' unterscheidet sich vom 'schlechten' also nicht durch 'Terrierhaftigkeit' und 'Expeditionslust', sondern durch 'Gedanklichkeit' und 'Sprachlichkeit'. Dann kann er zwischen den Zeilen einer dürren Presseerklärung nämlich noch etwas herauslesen oder einen Aspekt in seinen Artikel hineinschreiben, der dem Larifari-Journalisten nie im Leben auffiele. (Die schlimmsten Folgen des journalistischen Berufs sind übrigens Krampfadern vom vielen Herumstehen und -sitzen). Mit anderen Worten: Der Journalismus selbst ist schon ein einziger Meta-Diskurs. In den Medien wird vor allem über das Reden anderer geredet: Über Konferenzen, Tagungen, Ereignisse, Abstimmungen usw. Und wenn doch das 'eigene Erleben' mal eine Rolle spielen soll, wie im Reisejournalismus, dann dürfen wir sicher sein, dass jedes Sprachklischee wilde Parties feiert: die 'Traumstrände' sind natürlich 'weiß' und 'palmengesäumt', jede Hotelanlage ist 'idyllisch gelegen' und jede Klippe 'schroff' und 'malerisch'. Die angeblich eigene Anschauung wird auch wieder nur 'aus der Erinnerung an das Reden anderer' bezogen: 'Opulente Bilder zeigen die Schönheit dieser einzigartigen europäischen Kulturlandschaft'. Die Bloggerei demgegenüber ist oft 'ein Reden über diesen Metadiskurs', ein 'Meta-Meta-Diskurs', wenn ihr so wollt. Wir reden oft darüber, wie andere über das Gerede dritter reden. Das allerdings ist neu für unsere 'Medienschaffenden', dass ihre 'Öffentlichkeit', die sie ja sprachlich mit ihrem Getippsel erzeugen und aufrechterhalten, von anderen beschnüffelt und untersucht wird ... Zeitgen. Bild: Lewis & Clark-Expedition / Public Domain, wikipedia.org
21
Juni
Hallo, liebe adicals ...
... darf ich euch zur geflissentlichen Beachtung vielleicht mal diesen Beitrag hier empfehlen? Das könnte sonst arg teuer werden ...
Wenn im Dreißigjährigen Krieg ...
... die anderen europäischen Völker im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation nicht wie von Sinnen herumgemetzelt hätten, dann gäbe es hier heute 180 Millionen Einwohner. Aber Minimum! Das soll mal jemand diesem Kaczynski da sagen. So eng wäre das hierzulande, dass wir alle auswandern würden. Vermutlich nach Polen ...
![]() Schlacht auf der Karlsbrücke 1648 (letzte Schlacht des Krieges) Bild: Petri Krohn / Commons.wikimedia.org
Après Prix
Literatur ist bekanntlich reine Fiktion. Vermutlich findet sie deshalb so viele Käufer:
'Juror 1: Gott sei Dank, dass das endlich vorbei ist! Juror 2: Das kannst du laut sagen. – Auch noch ein Gläschen? Juror 1: Okay, schenk nach. Das haben wir uns schließlich verdient. Juror 3: (kommt hinzu) Draußen in Kleinbloggersdorf steppt der Bär. Juror 2: Wen interessiert das schon? Juror 1: Na – immerhin ist es ein Online Award! Juror 2: Genau – und wer da nicht auf Linie ist, hat nichts zu sagen. - - - (versonnen) Irgendwie lustig war’s doch! Juror 3: Was? Juror 2: Na – hast du jemals einen Nachnominierten so schnell aus dem Raum flitzen sehen? Alle: (prusten los und stoßen an). Juror 1: Schenk noch mal nach. Was dieser eine Kollege da bloß hat: Der Grimme-Preis wäre beschädigt worden … Juror 2: Einen Ausreißer gibt’s immer. Augen zu und Business as usual. Morgen ist alles vergessen, morgen ist alles vorbei - wir Journalisten müssen schließlich zusammenhalten ... Juror 3: Täusch dich nicht. Diese Blogs haben ein verdammt langes Gedächtnis. Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern - das gilt dort nicht mehr … Juror 2: Alte Unke! Ich sehe das genau anders herum: Im nächsten Jahr holen wir uns nämlich einen Sponsor, der hier die Puppen mal richtig tanzen lässt. Juror 3: An die Statuten müssen wir aber ran – das schmieren sie uns sonst im nächsten Jahr wieder aufs Brot. Juror 2: Nee – ist schon klar. Aber wir haben ja nicht gesagt, in welche Richtung wir die Statuten ändern werden – oder? Alle: (schütteln sich vor Lachen) Zu diesem Zeitpunkt rief mich der Oberkellner leider von meinem Posten ab, weil ich am Tisch mit den Preisträgern noch ein Fläschchen servieren sollte. ![]() Bild: Stock.xchng 157966
Der Untergang der Welt durch schwarze Magie ...
... das ist ein schöner Text in grimmigen Zeiten. Was wohl der Karl Kraus, der ja nur die kleine Pest aus Druckerschwärze kannte, zu dem heutigen Getümmel aus Dudelfunk, Kommerz-TV und Meinungsverbiege-Agenturen gesagt hätte?
'Ich habe Erscheinungen vor dem, was ist. Ich mache aus einer Mücke einen Elefanten. Ist das keine Kunst? Zauberer sind die andern, die das Leben in die Mückenplage verwandelt haben. Und der Mücken werden immer mehr. Oft kann ich sie nicht mehr unterscheiden. Tausend habe ich zu Hause und komme nicht dazu, sie zu überschätzen. Bei Nacht sehen sie wie Zeitungspapier aus und jedes einzelne Stück lacht mich an, ob ich nun endlich auch ihm die Verbindung mit dem Weltgeist gönnen wolle, von dem es stammt. Gegen die Plage dieser Ephemeren gibt es keinen Schutz, als sie unsterblich zu machen.'
Schöne Headlines / Folge 1
'Funktionärin unterstreicht die solide Aufsichtsrolle der FERC in den Energiemärkten auf von Platts Energy Podium veranstalteter Diskussionsrunde'
Weiß eigentlich jemand, was die beim Studium der Kommunikationswissenschaften in jener Zeit lernen, wo sie das nicht lernen?
Wenn das 'unbestechlich' sein soll ...
... dann möchte ich lieber nicht wissen, was im deutschen Qualitätsjournalismus 'ganz und gar unbestechlich' hieße:
'Nochmal der Ablauf: Die Jury schlägt Sixtus vor, Sixtus tritt irgendwenn im Verlauf der Sitzung zurück, nach den Behauptungen entweder vor oder nach dem Vorschlag, dann wird er nominiert und danach von den Leuten, mit denen er gestern am Tisch sass, auch gleich noch gewählt, und dann setzt sich die Jury noch zusammen und schreibt einen Brief, warum sie ihn nominiert hat, einen zweiten Brief, warum sie ihn gewählt hat, und der wird dann ein paar Wochen später veröffentlicht.' Schön auch der - nach dem Motto: Wo's nur Vettern gibt, kann's doch gar keine 'Vetternwirtschaft' geben: 'Man muss sich einfach mal vor Augen führen, dass ein Volk von 82 Millionen Menschen nicht über unbegrenzte Ressourcen an Medienschaffenden, Journalisten und Experten verfügen kann. Wir reden von einer Branche, in der beinahe buchstäblich jeder jeden kennt'. Jaja, diese Qualitätsjournalisten, die wachsen nämlich nicht auf Bäumen ... ![]() Die Reise nach Jerusalem (n. Grimme-Preis-Regeln): Wer draußen ist, kommt übers Siegertreppchen wieder rein. Bild: www.sxc.hu 580 664
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