letzte Kommentare / Das mit der "Querfront"... kristof / Ich hatte nach dem... chat atkins / Huhu, Herr Chat.... kristof


27
März
Die Werbeszene hat keinen Geschmack.
Vermutlich wurde sie zu oft durchgekaut - wie ein altes Kaugummi:

«Der Führer für einen Führer – ist das nicht lustig? Die ADC-Jury hat sich vor Vergnügen in die Hose geschissen und die braune Kacke versilbert.»

 
 
Agenda-Petting
Geht's eigentlich nur mir so, dass unser 'Spiegel', dieses Sturmgeschütz der Plutokratie, thematisch immer öfter neben der Spur zu liegen scheint? Mit dem Islam-Bashing dieser Woche haben sie sich mal wieder, wenn ich mir das allgemeine Echo so betrachte, ins Irrwitzige vergaloppiert und der Geisterseherei Vorschub geleistet - statt ernsthafter Diskussionen höre ich am Montag morgen immer öfter Gelächter aus allen Multiplikatorenstübchen schallen.


Der 'Spiegel' trifft sein Publikum.
Bild: Stock.xchng 734161

 
 
Diese Steuer-Gurus und Economy-Kassandras ...
... wat haben die über die Mehrwertsteuer-Erhöhung nicht geunkt und orakelt! Und was ist? Nichts ist. Die Wirtschaft kommt immer mehr in Fahrt, die Stimmung steigt, der Konsum läuft wie geschmiert ...

Merke: Volkswirtschaft ist keine Wissenschaft, sondern lukrativer Voodoo-Zauber.

 
 
Mal wieder Sachsen-Anhalt:
Unglück oder Grillparty? - in Dessau beginnt heute der Prozess gegen den wachhabenden Polizisten, stellvertretend für jenes Revier, wo am 7. Januar 2005 der inhaftierte Oury Jalloh qualvoll verbrannte, auf eine Pritsche gefesselt. Die Staatsanwaltschaft verficht, unbekümmert um die Gesetze der Biologie und Physik, einen konsequenten Selbst-Schuld-Ansatz des Asylbewerbers. Die taz fasst die Sachlage ganz gut so zusammen:

«Für die Theorie der Staatsanwaltschaft bedeutet das: Jalloh stirbt, nachdem er trotz seines aufgrund der Fesseln geringen Bewegungsspielraums ein Feuerzeug aus seiner Hosentasche holt, damit die obere Schicht seiner Pritsche versengt, daraufhin die verkohlte Schicht abkratzt und schließlich erfolgreich den Schaumstoffkern und damit wenig später sich selbst anzündet. Mit drei Promille».


Bei drei Promille brennen Hexen nun mal gut!

So plausibel dem Herrn Staatsanwalt das auch erscheinen mag, größere Schwierigkeiten dürften ihm das frisch gebrochene Nasenbein des Opfers machen, wie auch die beiden geplatzten Trommelfelle - beides wohl kaum Hitzefolgen, sondern wohl schon in der zweiten oder dritten Runde entstanden.

Großer Bahnhof also in Dessau - in Anwesenheit aller bedeutenden Menschenrechtsgruppen dieser Welt, die mit ihrem Geplärre das Klima der bewährten Kameradschaft in Dessau nachhaltig stören könnten.

Bild: Verbrennung dreier Hexen, Stich a. d. 16. Jhdt. Abgedruckt in dem leider vergriffenen Buch: Franz Rueb: Hexenbrände.

 
 
26
März
Es gibt dort draußen ein Blog ...
... von dessen Inhalten ich allenfalls die Hälfte verstehe, in dessen Beiträgen ich mich aber trotzdem regelmäßig festlese.

 
 
Ach, deshalb ...
... fand diese Vereinigung so erstaunlich viel Zustimmung:

«Bei der WASG in Halle 3 dominieren das Bild Männer zwischen 40 und 50, sie haben Jeans und Baumwollhemden an, einige tragen dazu Lederwesten. Bei der PDS in Halle 2 sind die Frauen in der Mehrheit. Die Kleider und Stiefel der Jüngeren unter ihnen sehen aus, als hätten sie sie in der Young Miss ausgesucht».

Mit dem falschen Geschlecht in der falschen Partei zu sein - das alte Lenin'sche Dilemma revolutionärer Lustpraxis:

«Die WASG nimmt die zwei Sachen, die uns am liebsten sind", sagt ein Mann, der von Anfang an in der PDS dabei ist. "Unser Geld und unsere Frauen." Er lacht. Aber er macht keine Witze».

 
 
Diesmal ist es nicht der Bluthochdruck ...


... es ist dieser Text, der mich sanft erröten ließ.

 
 
25
März
«Sascha Arschloch» ...
... der dichtende Stasi-IM, den Wolf Biermann 1991 unter diesem legendären Namen als kleines, wortbegabtes Nichts enttarnte, der lebt auch noch. Er hat sogar wieder mal ein Bändchen Pösie veröffentlicht - ironischerweise ausgerechnet im 'Gutleut-Verlag' - weshalb die Dschunge Welt (wer sonst?) ein Interview mit ihm führte, wo der Saschascha immer noch die unverwüstlichen proletarischen Tugenden beschwört: "Der Normallyriker ist heute Germanist, bzw. studiert Kulturwissenschaften und Philosophie. Und das sieht man den Texten auch an. In der DDR war der Normallyriker Nachtpförtner, Transportarbeiter oder Heizer."

Ja, das war die schöne Zeit der reifen Dichtkunst, die so ergreifend und direktemang aus der proletarischen Arbeitswelt und aus den Tiefen des gesunden Volksempfindens die Normallyrik eimerweise in jedes Lektorat schöpfen durfte. Beispiel gefällig?

"Igor, der Nachtwächter des VEB Rote-Druckknopf-Werke Immerda, gibt seiner Freude über die neue Planerfüllungsnorm gemäß Beschluss des 10. Parteitags fröhlich-klassenbewussten Ausdruck:

'Ich sitz' an meiner Schranke
Und sage täglich danke,
Dir, Republik der Bauern,
Dass ich in Frieden darf versauern.

Voll Plaste meine Jacke
Riecht nur bei Ostwind Kacke.
Sie trägt auch bunte Knöpfe.
Das Politbüro hat Köpfe.

Furchen mir Sorgen das Gesicht,
Der Prolet beschwert sich nicht.
Sonst gäb's ja nur Gemecker.
Lang lebe Ho-Honecker! '

Stock.xchng 521192
Und noch so'n prekäres Gedicht:
Wisch und weg, wisch und weg,
wisch und weg, das hat kein Zweck.
Wisch und weg, wisch und weg,
was'n Dreck!
Bild: Stock.xchng 521192

 
 
Jetzt bin ich ja mal gespannt ...
... wann SpOn dieser schwere "Bock" ihres Headline-Dichters auffällt:

«Müntefering will Mindestlöhne verbieten»

 
 
Europäisch ...
... ich fühle mich heute total europäisch.

attische Keramik, ca. 400 v. Chr.
Als die Götter noch Eier hatten ...

Höchst weltbürgerliche Grüße,
von eurem Chat Atkins

Bild: Keramik, ca. 400 v. Chr.

 
 
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