letzte Kommentare / Das mit der "Querfront"... kristof / Ich hatte nach dem... chat atkins / Huhu, Herr Chat.... kristof


10
Mai
Während deutsche Medien ...
... noch immer von einer Patt-Situation sprechen, ist man anderswo wohl besser informiert: "Rebel fighters made significant gains."

Seltsam ist es schon, dass man von dem sonst so publicity-lüsternen Gaddafi seit mehr als einer Woche rein gar nichts mehr hört ...

Der Noam Chomsky hat sich auch gewaltig ins Abseits manövriert: Strikes will ‘antagonise’ many in Arab world, says Chomsky - tscha, und das Gegenteil tritt ein. Weder wird Israel stärker, noch steigt der Hass auf den amerikanischen Hegemon - noch lassen sich die arabischen Völker auseinanderdividieren. So ist das eben, wenn man ERST zu wissen meint, was in der Welt der Fall ist, und DANN alles über diesen Leisten hämmern will. Das führt notwendigerweise in die intellektuelle Aporie. Besser ist es, erst zu gucken, was in der Welt der Fall ist, um sich dann an einer Erklärung zu versuchen. 'Diktatorendämmerung' wäre vielleicht ein gutes Konzept, weil dazu dann die Fakten passen ...

Der Showdown rückt übrigens näher - die 'Ratten' haben die Hauptstadt erreicht: "West Tripoli rebel fighters hoist the independence flag at Meaitiga airbase in Tripoli." Da muss der Gadaffi dann wohl auf dem Fahrrad nach Zimbabwe ... und der Comical Moussa könnte vielleicht bei der INSM anheuern.

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tja, werter Chat
mir fehlt zZ der Durchblick in der Angelegenheit.

Hoffe, Du verstehst das nicht als Feigheit vor dem Feind.

Was soll man/ich tun?
a) rein ins Getümmel?
b) Kopf kratzen?

Leider sind die Vorgänge nicht in unserer Macht.
Weder im Positiven noch Negativen.

Vor Ort (in D'land) haben wir die Kriegsgewinnler, die sich mittlerweile auf Platz Drei in der Waffenexport-Hitliste hochgearbeitet haben, und gleichzeitig auf die promisken Franzosen schimpfen, die ja sowenig Export-Moral haben.

Über Chomsky habe ich mir auch meine Gedanken gemacht. Ob das nun als 'intellektuelle Aporie' zu beschreiben ist.
Ich weiss nicht.

Bin ich halt der Bremser.
Letztlich haben doch immer die Skeptiker wie Karl Kraus recht behalten, und die Euphoriker wie Franz Marc ins Gras gebissen.

Wobei ich Analogien wie die zu WKI nicht überstrapazieren möchte.

Nur: Dass ich eine allgemeine Vorsicht walten lassen möchte. Da schwimmen mir zuviele Krokodile herum.
Und die heissen nicht nur Gaddafi oder Assad.

Da ist zZ jede Menge Geld unterwegs, um den arabischen Frühling nicht blühen zu lassen. (Syrien, Ägypten). Gekaufte Unruhestifter sind eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich. Da tippe ich mal ganz vage auf Saudi-Arabien, die am meisten zu verlieren haben.

Die Chancen sind gross, dass in einem Jahr der arabische Frühling Geschichte ist, und Bürgerkriege die Region (Mittelmeer-Raum) überziehen.

Ob Urlaub im Norden die Lösung ist?

Unsere örtlichen Krokodile: Daimler, Heckler&Koch etc, werden es schon verstehen, maximalen Profit aus der Angelegenheit zu schlagen.

Wie gesagt, ich weiss auch nicht, wie es ausgeht, aber bin anscheinend wesentlich pessimistischer als DU.

Auf Mehr-Jahres-Sicht lauern da nicht nur humanitäre Katastrophen, im Kontext der Konflikte, sondern Hungerkatastrophen, die ganz andere 'Antagonismen' produzieren werden, als die, die Chomsky postuliert.

Und: Wie gesagt: 'Dummheit' ist wesentlich ein Mangel an Weitsicht.

Uns natürlich ausgenommen.

Dabei sollte man durchaus berücksichtigen, dass es vermutlich Kräfte gibt, die garnicht interessiert sind, die Zukunft planbar zu machen, sondern eher am Chaos.

A'la Naomi Kleins Disaster Capitalism.
 
Ich bin halt ein unheilbarer Fortschrittsromantiker. Was man bei Al Jazeera so hört, gehört Tripoli zur Hälfte schon den Anti-Gaddafis, und wie der Schmier-Saif und der Muharhar da noch rauskommen wollen, so ganz ohne Flugplatz ...

Nebenbei gesagt - das ist kein 'kapitalistischer Krieg'. Der K. hatte sich mit den alten Herren wunderbar arrangiert. Und dann kommt das blöde Volk daher - und wenn man künftig noch Geschäfte machen will, dann muss man wohl oder übel mit fliegenden Fahnen die Seiten wechseln. So kommt's wohl eher hin.

;-)
 
'Fortschrittsromantiker'.
interessante Frage/Begriff.

Heut gabs 'Gedanken zum Tag' von einem gewissen Walter Rupp, SJ, wo er über die 'Fortschrittskonzeption' der Steinzeitmenschen schwadronierte.
Ob sie sich eine (technologische) Anderwelt vorgestellt haben?

Ich habe mit meinem Sohmemann herzlich gelacht. (wir hören sowas zufällig im Auto auf unserem gemeinsan Weg zu uni/inst).

Für mich ist es zB klar -nach jahrelangem Kopfkratzen-, dass es i.w. DREI Zeitkonzeptionen gibt:
a) lineare (unsere)
b) zirkuläre (die historisch dominante)
c) die spiralige (zB Hegel als Vertreter der Aufwärtsspirale, Nietzsche als der Besorgte -'fallen wir nicht immerzu?'- potentiellen Abwärtsspirale.
Zarathustra als Gegenentwurf, um diesen fatalen Prozess aufzuhalten.

Von aufsplitternden Bifurkationen, in denen laufend Sub-Welten entstehen, oder zu entstehen SCHEINEN (weil die 'anderen' sie garnicht als faktisch wahrnehmen), mal ganz zu schweigen.

Aber ich denke, wir sind insofern auf dem richtigen Weg, als wir das Gute hoffen, das Schlechte befürchten. Was immer letztlich dominiert.

Das Feld ist vermint, und möglicherweise schaut uns ein indifferenter Gamer-god, den ich nach wie vor nicht ausschliesse, interessiert zu, wie wir den Schlamassel bewältigen, oder eben untergehen.
ER schafft dann einfach eine andere. Mit einem Fingerschnippen, in seiner Allmacht.

Moral von der Geschicht':
WIR haben es in der Hand! Hoffen versus Befürchten.

Hoffe -ähem-, mich dadurch ein wenig aus dem Sumpf der Unverständlichkeit herausgezogen zu haben.

Wird schon!

Grüsse
blogoscoop