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03
Februar
An all die Mubarak-Jubler ...
... die in ihm ein Bollwerk gegen den Islamismus und die Scharia sehen: In Ägypten gilt die Scharia seit den Tagen Anwar el Sadats - bis heute. Natürlich nicht für Mubarak - schon klar ...

Und das gilt natürlich auch für das andere 'Bollwerk' des Westens, das sich Saudi-Arabien nennt.

Welche Scharia könnte also eingeführt werden, wenn die Scharia schon längst eingeführt ist?

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In Jeddah
finden die Vollstreckungen, auch der Todesurteile, allerdings zum Teil noch öffentlich statt.
 
Saudi-Arabien ist ja geradezu der Quellpunkt des 'Islamismus', besser des Wahhabismus, einer orthodox-fundamentalen Religionsauslegung also, die zurück will in die Zeit beduinischer Patriarchen.

Zugleich ist aber eben dasselbe Saudi-Arabien der beste Freund des Westens. Erkläre mir einer diese doppelten Maßstäbe ...
 
Erklärung?
...der westlichen Patriarchen (Innen)/Suprematisten.
Nicht: "des Westens".
Der Unterschied:
Nur eine Frage, mit welchen Methoden sich man sich der Basis versichert.
Flache versus spitze Pyramiden.

Ist ja schon beschämend genug, dass man sich von diesem Gesockse wählen lassen muss.

Das beste was man in diesen verd... Demokratien erreichen kann, ist, den Wählerwillen zu ignorieren, ohne dass es der Plebs merkt.
Mühsam.

Paternalismus in verschiedenen Verkleidungen.
Strict father-model.
Ursprung: Wüstenreligion.

Hab ich was übersehen?
 
Du nennst das den Harlekin Realpolitik;
Gefällt mir.
Westerwelles, Merkels, Schröders etc Träume möchte ich nicht als Alptraum haben.

Inkommensurabel.
Träume von einer Welt, in der der Habitus dieser Leute wie dunkle Energie ahnbar, aber nicht wahrnehmbar ist.

Nachhilfe für Leibniz:
Beste aller Welten = SEIN Gottesbeweis.
 
Saudi Arabien
Der Salafismus ist nicht das Problem, mit extremen Auslegungen des Islam müssen sich auch andere herumschlagen. Vielmehr ist es die Mischung aus diesem Rigorismus, die Rolle als Gralshüter (Mekka und Medina), der ständige Kampf a. mit der Ulema, b. mit dem Iran um den Führungsanspruch innerhalb der arabischen Welt, und die Bevölkerungsstruktur mit den vielen jungen Menschen (ca. ein Drittel ?; Spagat zwischen Mittelalter und Moderne). Hinzu kommt der eigentlich ungeliebte Pakt mit den USA nach dem Motto, den Kuchen aufessen und behalten. Die ausgezeichnete Versorgung der Bevölkerung sorgt für weitgehende Ruhe, und sollte es dort zu Unruhen kommen, dann zuallerletzt.

Es hat aber längst ein sehr tiefgreifender Wandel eingesetzt. Überspitzt: Die Männer machen Geschäfte und sitzen im Kaffeehaus, die Frauen studieren; das gilt für alle reichen arabischen Länder. Die Bildung der Frauen ist überdurchschnittlich hoch, außerdem sind sie in zwei Welten zuhause. Steht man in der Abflughalle, sieht man nur Abayas und Hijabs, zum Teil auch Vollverschleierung; kaum im Flieger, wandern diese Accessoires in die overhead locker, und ein buntes, westlich gekleidetes Völkchen wird sichtbar. Alle sprechen Arabisch und Englisch, daneben meist mindestens eine weitere Fremdsprache. Den Frauen reicht es nicht mehr, mit ihren Qualifikationen daheim zu sitzen und die Kinder zu erziehen oder Alibi-Positionen zu bekleiden. Viele sind im sozialen Bereich tätig und kümmern sich auch um Erwachsenenbildung, womit sie gleichzeitig wichtige Glaubensgebote erfüllen. Viele dieser Projekte werden mit privatem Geld gefördert. Diese Revolution, die vom Westen unbeobachtet verläuft, hat längst begonnen.
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