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22
Februar
Das liberale Paradox
Vielleicht verwundert es den einen oder anderen, weshalb ausgerechnet jene Partei, die am lautesten von 'wirtschaftlicher Freiheit' tutet, stets am restriktivsten in Hinsicht z.B. auf Apotheker-Privilegien, handwerklichen Zunftzwang, Gebührenordnungen, Ärztekammern und ganz allgemein gegenüber dem Schutz wohlerworbener Rechte des wirtschaftenden Bürgertums handelt.

Wer historisch gebildet ist, den wundert hingegen gar nichts mehr: Schon nach dem Wiener Kongress 1815 machte das reaktionäre Preußen, das danach von einer Fronde aus Junkern und Adel regiert wurde, den größten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sprung, durch Judenemanzipation, Gewerbefreiheit, Universitätsreform, Abschaffung von Schutzzöllen, 'grow or die' für den Mittelstand.

Geradezu das Gegenteil trat im 'liberalsten' aller deutschen Staaten ein - im schönen konstitutionellen Baden, dort also, wo Gevatter Handschuhmacher und Professor Wirrwahr mitregierten: Keine Freizügigkeit für die Untertanen, keine Aufhebung der Zunftverfassung, keine Liberalität gegenüber Juden usw. Wirtschaftlich fiel Baden weit zurück. Merke: 'Liberal' ist man immer nur den eigenen Interessen gegenüber - bis heute. In Hamburg mit seiner bürgerlichen Regierung aus einigen 'Happy Few' sah es übrigens ähnlich restriktiv aus ...

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